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Was ist ein Abort?

Ein Abort beschreibt den vorzeitigen Abgang einer Schwangerschaft, bei dem der Embryo oder Fötus ein Gewicht von weniger als 500 Gramm aufweist und außerhalb des Mutterleibs nicht überlebensfähig ist. Es wird zwischen einem spontanen Abort, dem ungewollten, natürlichen Schwangerschaftsverlust vor der 24. Schwangerschaftswoche, und einem induzierten Abort, dem medizinisch oder auf Wunsch der Schwangeren herbeigeführten Abbruch, unterschieden. Vom Abort abzugrenzen sind die Frühgeburt sowie die Totgeburt, bei denen eine deutlich weiter fortgeschrittene Schwangerschaft vorliegt

Arten des Arborts

Schwangerschaftsabbrüche können aus verschiedenen Gründen auftreten und absichtlich oder unabsichtlich herbeigeführt werden. 

Spontaner Abort

Ein spontaner Abort ist der ungewollte, natürliche Verlust einer Schwangerschaft vor der 24. Schwangerschaftswoche, ohne äußeres Zutun. Er tritt häufig im ersten Trimenon auf und ist meist auf chromosomale Fehlentwicklungen, hormonelle Störungen oder anatomische Auffälligkeiten zurückzuführen.

Induzierter Abort

Ein induzierter Abort bezeichnet einen bewusst eingeleiteten Schwangerschaftsabbruch. Die Indikation kann medizinischer Natur sein – etwa bei Gefahr für die Gesundheit der Schwangeren oder bei schweren fetalen Anomalien – oder auf ausdrücklichen Wunsch der Schwangeren beruhen. Die Durchführung erfolgt unter Beachtung der jeweils geltenden gesetzlichen Vorgaben, die je nach Land unterschiedlich geregelt sind.

Kompletter Abort

Ein kompletter Abort liegt vor, wenn das gesamte Schwangerschaftsgewebe vollständig und ohne operativen Eingriff aus der Gebärmutter ausgeschieden wurde. Meist kommt es zu einem spontanen Sistieren der Blutung und einem Rückgang der Schwangerschaftssymptome.

Inkompletter Abort

Ein inkompletter Abort liegt vor, wenn nicht das gesamte Schwangerschaftsgewebe aus der Gebärmutter ausgeschieden wurde. Verbleibende Gewebereste können anhaltende Blutungen, Unterbauchschmerzen oder Infektionen verursachen und erfordern in vielen Fällen eine medikamentöse oder operative Nachbehandlung.

Verhaltener Abort (Missed Abortion)

Ein verhaltener Abort bezeichnet den intrauterinen Fruchttod, bei dem der Embryo oder Fötus nicht mehr lebt, aber nicht spontan ausgestoßen wird. Die Diagnose erfolgt meist sonografisch, da Symptome häufig ausbleiben. Eine Behandlung ist in der Regel medizinisch notwendig.

Septischer Abort

Ein septischer Abort entsteht infolge einer bakteriellen Infektion im Rahmen eines Schwangerschaftsabbruchs, insbesondere nach unsachgemäß oder unter unhygienischen Bedingungen durchgeführten Eingriffen. Er stellt einen akut behandlungsbedürftigen Notfall dar, da die Infektion in eine lebensbedrohliche Sepsis übergehen kann. Eine umgehende antibiotische Therapie sowie gegebenenfalls ein operativer Eingriff sind in solchen Fällen zwingend erforderlich.

Mögliche Symptome von nicht-induzierten Aborten

Vereinzelte Blutungen in der Schwangerschaft sind keine Seltenheit, sollten jedoch stets als mögliches Warnsignal betrachtet werden. Ein Abort kann sich zunächst durch Schmierblutungen oder leichte Blutverluste ankündigen. Solange fetale Herztöne nachweisbar sind und der Muttermund (Cervix) geschlossen bleibt, spricht man von einem drohenden Abort. Typische Anzeichen für eine beginnende, nicht mehr aufzuhaltende Fehlgeburt sind stärkere oder ungewöhnlich früh auftretende Blutungen sowie krampfartige Schmerzen im Unterbauch. Die Intensität und Ausprägung der Symptome variieren dabei je nach Schwangerschaftsdauer.

Vorgang bei einem induzierten Abort

Ein induzierter Abort kann entweder medikamentös oder chirurgisch durchgeführt werden. Die Wahl der Methode hängt vom Schwangerschaftsalter, dem gesundheitlichen Zustand der Patientin sowie individuellen Faktoren ab.

Medikamentöser Abort

Diese Methode wird üblicherweise bis zur 9. Schwangerschaftswoche angewendet. Zunächst wird der Wirkstoff Mifepriston verabreicht, der die Wirkung des Hormons Progesteron hemmt und somit den Erhalt der Schwangerschaft unterbricht. Nach 24 bis 48 Stunden folgt die Einnahme von Misoprostol, einem Prostaglandin, das Kontraktionen der Gebärmutter auslöst und die Ausstoßung des Schwangerschaftsgewebes herbeiführt. In der Regel erfolgt der Abbruch innerhalb weniger Stunden nach der zweiten Medikamentengabe.

Chirurgischer Abort

Ein chirurgischer Schwangerschaftsabbruch wird meist ab der 9. bis etwa zur 14. Schwangerschaftswoche durchgeführt oder dann, wenn der medikamentöse Abbruch nicht erfolgreich war. Die am häufigsten eingesetzte Methode ist die Vakuumaspiration, bei der das Schwangerschaftsgewebe unter lokaler Betäubung oder Kurznarkose mittels eines dünnen Röhrchens abgesaugt wird. In fortgeschritteneren Stadien kann eine Curettage (Ausschabung) erforderlich sein. Beide Verfahren erfolgen unter ärztlicher Aufsicht und beinhalten in der Regel eine Nachkontrolle, um die vollständige Beendigung der Schwangerschaft sowie das körperliche Wohlbefinden der Patientin zu überprüfen.

Warnsignale einer Fehlgeburt

Eine drohende Fehlgeburt (Abort) kann sich durch verschiedene Symptome ankündigen. Zu den häufigsten Warnsignalen gehören:

  • Vaginale Blutungen: Schmierblutungen oder stärkere Blutverluste, insbesondere in Kombination mit Gewebeteilen oder Blutkoageln, können ein Hinweis auf einen beginnenden Abort sein.
  • Unterbauchschmerzen: Ziehende, krampfartige oder wellenförmige Schmerzen im unteren Bauchbereich ähneln häufig Menstruationsbeschwerden.
  • Rückenschmerzen: Anhaltende oder zunehmende Schmerzen im unteren Rücken können begleitend auftreten.
  • Abnahme der Schwangerschaftssymptome: Ein plötzliches Nachlassen von Symptomen wie Übelkeit, Spannungsgefühl in den Brüsten oder Müdigkeit kann auf einen verhaltenen Abort hinweisen.
  • Flüssigkeitsabgang: Ein plötzlicher Abgang von Fruchtwasser kann auf eine vorzeitige Fruchtblasenruptur hindeuten.

Diese Anzeichen sind nicht immer eindeutig, können aber Hinweise auf eine gestörte Schwangerschaft sein. Bei entsprechenden Symptomen sollte stets eine ärztliche Abklärung erfolgen.

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