Definition: AIDS
AIDS steht für "Acquired Immunodeficiency Syndrome" (erworbenes Immunschwächesyndrom) und bezeichnet eine schwerwiegende Schwächung des Immunsystems, die durch das humane Immundefizienz-Virus (HIV) verursacht wird. Die Krankheit tritt in der Regel als letztes Stadium einer HIV-Infektion auf, wenn das Virus nicht behandelt wird. In diesem Stadium ist das Immunsystem so stark geschwächt, dass es nicht mehr in der Lage ist, den Körper gegen eine Reihe von Infektionen und Krankheiten zu schützen, die bei gesunden Menschen normalerweise nicht zu schweren Erkrankungen führen würden.
Unterschied zwischen AIDS und HIV
Der Begriff HIV wird oft als Synonym für AIDS verwendet. Dabei werden damit zwei verschiedene Aspekte der Krankheit beschrieben und diese unterscheiden sich darin, dass HIV das Virus ist, das AIDS erst verursacht. Es entsteht durch den direkten Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten wie: Blut, Sperma, Vaginalsekret und Muttermilch. Sogenannte CD4-Zellen (T-Helferzellen), die eine zentrale Rolle in der Immunantwort spielen, werden durch das HIV attackiert. Ohne Behandlung führt die Infektion schließlich zu AIDS.Übertragung von HIV
Die Übertragung von HIV erfolgt hauptsächlich durch:- Geschlechtsverkehr (vaginal, anal, oral) ohne Schutz
- Kontakt mit infizierten Blutprodukten, beispielsweise durch Bluttransfusionen oder geteilte Nadeln
- Von Mutter zu Kind während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder durch Stillen
Symptome und Verlauf der HIV-Infektion
Die HIV-Infektion durchläuft mehrere Phasen:Akute Phase
Kurz nach der Infektion kann es zu einer akuten HIV-Infektion kommen, die grippeähnliche Symptome wie Fieber, geschwollene Lymphknoten, Hautausschlag und Gelenkschmerzen umfasst. Diese Symptome können leicht mit denen anderer viralen Infektionen verwechselt werden und oft unbemerkt bleiben.
Klinische Latenzphase
Nach der akuten Phase tritt HIV in eine längere symptomarme Phase ein, die auch als klinische Latenzphase oder chronische HIV-Infektion bekannt ist. Während dieser Zeit ist das Virus immer noch aktiv, aber die Reproduktion erfolgt in einem langsameren Tempo. Ohne Behandlung kann diese Phase 10 Jahre oder länger dauern, aber sie kann durch antiretrovirale Therapie erheblich verlängert werden.
AIDS
Ohne Behandlung schreitet die Infektion voran und führt zu AIDS, das durch eine kritische Abnahme der CD4-Zellen und das Auftreten von opportunistischen Infektionen oder Krebs gekennzeichnet ist. Zu den häufigsten AIDS-definierenden Erkrankungen gehören Pneumocystis-Pneumonie, eine häufige Lungeninfektion, und Kaposi-Sarkom, eine Krebsart, die oft die Haut betrifft.
Behandlung von HIV/AIDS
Die Behandlung von HIV erfolgt durch antiretrovirale Therapie (ART), die darauf abzielt, die Viruslast im Körper zu reduzieren und die Funktion des Immunsystems zu erhalten. ART ist kein Heilmittel für HIV, ermöglicht aber den meisten Menschen mit HIV ein langes und gesundes Leben. Es ist entscheidend, die Medikamente genau nach ärztlicher Anweisung einzunehmen, um Resistenzbildung zu vermeiden und die Wirksamkeit der Therapie zu maximieren
Wie man sich davor schützen kann
Da AIDS das Endstadium einer HIV-Infektion ist, bedeutet sich vor AIDS zu schützen, sich in erster Linie vor einer HIV-Infektion zu schützen. Zu den Maßnahmen, die das Risiko einer HIV-Infektion effektiv minimieren, zählen:
- Verwendung von Kondomen: Wie auch bei anderen sexuell übertragbaren Infektionen wie STIs, stellt der Gebrauch eines Kondoms während des vaginalen, analen oder oralen Geschlechtsverkehrs, eine der sichersten Methoden dar, um sich vor HIV zu schützen.
- Regelmäßige HIV-Tests: Den eigenen HIV-Status regelmäßig testen zu lassen, ist besonders dann wichtig, wenn man mehrere Sexualpartner hat oder andere Risikofaktoren vorliegen. Nur das Wissen um den eigenen HIV-Status und den des Partners kann einem dabei helfen, informierte Entscheidungen über Schutzmaßnahmen zu treffen.
- Verringern der Anzahl an Sexualpartnern: Beschränkt man die Anzahl von Sexualpartner auf weniger Partner, verringert sich so auch das Risiko an einer HIV-Infektion zu erkranken.
- Vermeidung des Teilens von Nadeln: Das Teilen von Spritzen oder Nadeln bei Drogenkonsum stellt eine weitere Ansteckungsquelle dar. Genauso bei Tattoo- und Piercingausrüstung, sollte diese nicht sterilisiert werden.
- Vorsorge bei Bluttransfusionen und medizinischen Eingriffen: Auch bei medizinischen und zahnmedizinischen Instrumenten, sollte sichergestellt werden, dass diese sterilisiert sind. Zudem sollten Blutprodukte in Gesundheitseinrichtungen auf HIV getestet werden.
- Präexpositionsprophylaxe (PrEP): Für Menschen, die ein hohes Risiko haben, sich mit HIV zu infizieren, gibt es eine Vorsichtsmaßnahme, die sich PrEP (Präventivmaßnahme) nennt. Dabei wird täglich ein antiretrovirales Medikament eingenommen. Dieses senkt das Risiko einer HIV-Infektion erheblich.
- Postexpositionsprophylaxe (PEP): Aber was sollte man tun, wenn man bereits die Vermutung hat, kürzlich einer HIV-Infektion ausgesetzt gewesen zu sein. In diesem Fall kann die Postexpositionsprophylaxe, kurz PEP helfen. Jedoch muss innerhalb der nächsten 72 Stunden mit PEP begonnen und für 28 Tage eingenommen werden.
- Unterbindung der Mutter-zu-Kind-Übertragung: Für schwangere Frauen, die HIV-positiv sind, kann das Risiko einer Übertragung des Virus auf das Baby durch eine antiretrovirale Therapie vermindert werden. Die antiretrovirale Therapie soll das Baby während der Schwangerschaft, bei der Geburt und beim Stillen vor einer Infizierung schützen.
- Aufklärung und Bewusstseinsbildung: Auch das Informieren und Aufklären über AIDS sind wichtige Schritte, denn sie schaffen das Bewusstsein und Verständnis für die Prävention und Behandlung. Indem man über die Schutzmaßnahmen informiert ist und sie beachtet, kann das Risiko einer HIV-Infektion erheblich reduziert werden.