Definition: Coitus Interruptus
Der Coitus Interruptus ist eine sexuelle Praktik oder Verhütungsmethode, die auch als „Rückzieher“ oder „unterbrochener Geschlechtsverkehr“ bekannt ist. Hierbei zieht der Mann den Penis vor der Ejakulation aus der Vagina der Frau, wodurch die Ejakulation außerhalb der Vagina erfolgt, wodurch eine Schwangerschaft vermieden werden soll. Der Coitus Interruptus gehört zu den ältesten Formen der Verhütung, da er einfach und unkompliziert umzusetzen ist. Dabei werden keine chemischen Mittel oder künstlichen Verhütungsmittel eingesetzt, wodurch der Coitus Interruptus auch zu den natürlichen Verhütungsmethoden zählt. Jedoch ist die Anfälligkeit für Fehler enorm hoch, denn die gesamte Verhütung basiert auf der Fähigkeit des Mannes, den Penis vor der Ejakulation herauszuziehen. Zudem tritt bereits vor der Ejakulation die Präejakulationsflüssigkeit aus, die bereits Spermien enthält und zu einer Schwangerschaft führen kann.
Umsetzung
Die Umsetzung der sexuellen Praktik erfordert eine gewisse Praxis und Disziplin. Im Folgenden befinden sich einige Aspekte, die bei der Umsetzung beachtet werden müssen:
Aufmerksamkeit und Timing: Der Mann muss während des gesamten Geschlechtsakts sehr aufmerksam sein und genau wissen, wann er kurz vor der Ejakulation steht. Er muss in der Lage sein, den Zeitpunkt kurz bevor er den Höhepunkt erreicht, zu erkennen.
Rechtzeitiges Herausziehen: Kurz bevor der Mann ejakuliert, muss er seinen Penis vollständig aus der Vagina ziehen. Es ist wichtig, dass dies geschieht, bevor irgendwelche Ejakulationsflüssigkeit austreten kann.
Kontrolle der Ejakulation: Nach dem Herausziehen sollte der Mann darauf achten, dass die Ejakulation fernab der Vaginalöffnung stattfindet, um das Risiko einer Schwangerschaft weiter zu minimieren. Es ist wichtig, dass Sperma nicht in Kontakt mit der äußeren Genitalregion der Frau kommt.
Berücksichtigung des Präejakulats: Es ist zu beachten, dass auch das Präejakulat, das vor der eigentlichen Ejakulation austritt, Spermien enthalten kann. Daher besteht selbst bei korrekter Anwendung des Coitus Interruptus immer noch ein Risiko für eine Schwangerschaft.
Der Coitus Interruptus erfordert eine hohe Disziplin und Selbstkontrolle vonseiten des Mannes und ist im Vergleich zu anderen Verhütungsmethoden wie Kondomen oder hormonellen Verhütungsmitteln weniger zuverlässig. Die Methode bietet keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen.
Vorteile
Der Coitus Interruptus, bekannt auch als Unterbrechung des Geschlechtsverkehrs, bietet einige Vorteile, die ihn für bestimmte Personen oder Paare attraktiv machen können. Zunächst ist er vollkommen kostenfrei, da keine Verhütungsmittel wie Kondome oder hormonelle Präparate erforderlich sind. Dies macht ihn besonders in Situationen ansprechend, wo Zugang zu anderen Verhütungsmitteln begrenzt oder finanziell belastend ist.
Darüber hinaus beinhaltet diese Methode keine medizinischen oder chemischen Eingriffe, was sie für Personen, die natürliche oder nicht-invasive Verhütungsmethoden bevorzugen, interessant macht. Der Coitus interruptus erfordert keine Vorbereitung und kann in jedem intimen Moment spontan angewendet werden, was ihn für Paare, die Flexibilität schätzen, geeignet macht. Allerdings ist zu beachten, dass diese Methode eine hohe Disziplin und Selbstkontrolle erfordert und weniger zuverlässig im Vergleich zu anderen Verhütungsmethoden ist. Zudem bietet sie keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen.
Gefahr des Coitus Interruptus
Beim Coitus Interruptus existieren signifikante Risiken in Bezug auf eine ungewollte Schwangerschaft, aber auch in Bezug auf sexuell übertragbare Krankheiten, da aufgrund des fehlenden Verhütungsmittels kein Schutz vor diesen besteht.
Einerseits ist die Methode hinsichtlich einer ungewollten Schwangerschaft äußerst unsicher, da die gesamte Effektivität der sexuellen Praktik von der Fähigkeit des Mannes abhängig ist, den Penis vor der Ejakulation aus der Vagina zu ziehen. Dazu muss der Mann die bevorstehende Ejakulation rechtzeitig erkennen und daraufhin reagieren. Probleme beim richtigen Timing sind das häufigste Problem der sexuellen Praktik, wodurch kein Schutz vor einer Schwangerschaft besteht, da keine Art der Verhütung vorliegt. Ein weiteres Problem besteht darin, dass bereits vor der Ejakulation das Präejakulat austritt, welches, genauso wie das Ejakulat, Spermien enthält, die zu einer Schwangerschaft führen können.
Andererseits besteht beim Coitus Interruptus keinerlei Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten, da es hierbei keine Barriere (z. B. durch ein Kondom) gibt, die die sexuellen Partner vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt. Somit besteht kein Schutz vor einer Ansteckung mit Krankheiten wie HIV, Chlamydien oder Herpes.
Grundsätzlich bestehen beim Coitus Interruptus große Risiken, die zu einer Infektion mit einer sexuell übertragbaren Krankheit oder einer Schwangerschaft führen können. Daher sollten sich alle Beteiligten über diese Verhütungsmethode und ihre Risiken bewusst sein und gegebenenfalls weitere Verhütungsmethoden hinzuziehen, um die Risiken zu minimieren. Besonders relevant ist dies für Geschlechtsverkehr außerhalb einer monogamen Beziehung, wenn es zu häufig wechselnden Sexualpartnern kommt, wobei das Risiko einer sexuell übertragbaren Krankheit im Allgemeinen erhöht ist.