Definition: Fertilität
Die Bedeutung von Fertilität bezieht sich auf die grundsätzliche Fähigkeit von Individuen, sich zu reproduzieren. Für Menschen, Tiere, Pflanzen und mehrzellige Organismen wird dabei der Begriff der Fruchtbarkeit verwendet.
In der Medizin ist die menschliche Fruchtbarkeit ein zentrales Thema, weil sie durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden kann. Dazu gehören chirurgische Eingriffe und der Konsum von Substanzen, die die Gesundheit negativ beeinflussen, wodurch die Fertilität temporär oder permanent beeinträchtigt werden kann. In westlichen Ländern entscheiden sich manche Menschen für eine Sterilisation, um dauerhaft unfruchtbar zu werden. Bei diesem Eingriff ist es jedoch wichtig, dass er nur durchgeführt wird, wenn definitiv kein Kinderwunsch mehr besteht, da man ihn meistens nicht rückgängig machen kann.
Die Fertilität beginnt beim Menschen mit der Pubertät, die normalerweise zwischen dem zwölften und fünfzehnten Lebensjahr einsetzt. Bei Frauen endet die Fertilitätsphase mit den Wechseljahren, während Männer oft auch im höheren Alter noch zeugungsfähig bleiben. Die Fortpflanzungsfähigkeit kann zudem durch Verhütungsmittel vorübergehend unterbrochen werden, wobei verschiedene Methoden wie die Pille oder die Hormonspirale zur Verfügung stehen.
Fertilität – Begriffserklärung
Der Prozess der menschlichen Fertilität ist äußerst komplex, was oft zu Schwierigkeiten führt. Die Erfolgsrate der Fertilität bei Menschen ist begrenzt, was sich darin zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft pro Eisprung unter idealen Bedingungen maximal bei 30 Prozent liegt und unter weniger optimalen Umständen noch geringer sein kann. Eine reibungslose Zusammenarbeit biologischer Faktoren ist entscheidend, da die Hormone einer Frau sich gegenseitig regulieren und den Prozess der Eizellenreifung, des Eisprungs und des Menstruationszyklus steuern. Die Hormonproduktion, die den Menstruationszyklus steuert, findet in drei Hauptbereichen statt: dem sexuellen Zentrum im Gehirn, das auch Hypothalamus genannt wird, der Hirnanhangdrüse beziehungsweise Hypophyse, und insbesondere in den Eierstöcken.
Bei Männern hängt die Fertilität von der Produktion gesunder Spermien ab, die durch die weiblichen Geschlechtsorgane zur Eizelle wandern, um diese zu befruchten. Diese Spermien reifen in den Hoden heran, wobei Hormone, vor allem aus der Hypophyse, diesen Prozess steuern. Eine unzureichende Testosteronproduktion kann die Zeugungsfähigkeit einschränken.
Die menschliche Fortpflanzungsfähigkeit beginnt mit einem Gen, das auch in Fliegen und Mäusen vorkommt und entscheidend für die Entwicklung der Eizellen und Spermien ist. Mutationen dieses Gens können die Meiose stören, was zu einer fehlerhaften Zellteilung führt und die Fertilität beeinträchtigt, wodurch es zu Unfruchtbarkeit kommt.
In der ganzen Welt haben unterschiedliche Kulturen Symbole für Fruchtbarkeit entwickelt. Diese Symbole variieren stark, es gibt jedoch auch Gemeinsamkeiten. In Asien wird beispielsweise dichtes Haar auf Frauenbeinen als Zeichen der Fruchtbarkeit angesehen, während in anderen Kulturen schlanke Tonfiguren oder Mineralien wie Rosenquarz symbolische Bedeutung haben. In der Mythologie sind Figuren wie die Venus von Willendorf oder der Adonis von Zschernitz bekannt. Verschiedene Pflanzen und Früchte wie Äpfel, Quitten, Granatäpfel, Nüsse und Mandeln werden oft als Symbole für Fruchtbarkeit betrachtet. Auch der Maibaum, Reis und Pinienzapfen gelten als Zeichen der Fruchtbarkeit.
Bei den tierischen Symbolen stehen Frösche, Kröten, Schwäne, Eier, Hennen und Hasen für Fruchtbarkeit, letztere besonders im Kontext von Ostern, da sie häufig Junge bekommen und somit den Frühling und die Freude symbolisieren. In der Mythologie repräsentieren der Stier und die Stierhoden diese Eigenschaft. In Afrika symbolisiert das Krokodil Fruchtbarkeit, und auch das Rind, die Kinnbacken des Esels, die Tigermuschel, Löwenstatuen und Tauben werden als fruchtbarkeitsbezogene Symbole gesehen. Weitere kulturelle Symbole umfassen das Swastika aus Indien, die Zemi-Figuren aus der Karibik und das Si Jagur, eine Kanone aus Portugal.
In Bezug auf das Ostern spielen Hasen und Eier eine zentrale Rolle als Fruchtbarkeitssymbole. Hasen, die bekannt dafür sind, mehrmals jährlich Junge zu bekommen, wurden in der römischen Kultur als Fruchtbarkeitssymbol angesehen und sind seit dem frühen 20. Jahrhundert in Deutschland fest mit Ostern verbunden, wobei sie den Frühling und die Freude symbolisieren. Das Ei ist weltweit ein starkes Fruchtbarkeitssymbol, das den Zyklus des Lebens und der Wiedergeburt darstellt. In China wurden bereits vor 5.000 Jahren bunte Eier zum Frühlingsanfang verschenkt, und auch in der christlichen Tradition symbolisiert das Ei die Auferstehung, ähnlich dem aus dem Grab auferstandenen Jesus. Rote Eier symbolisieren dabei das Leben, die Sonne und das Blut Jesu, das er bei seiner Kreuzigung vergoss.
Erhaltungsniveau der Bevölkerung
Die natürlichen Veränderungen in der Bevölkerungszahl eines Landes werden durch die Geburten- und Sterberaten, also die Fertilität und Mortalität, bestimmt. Deutschland zählt dabei zu den Ländern mit einer besonders niedrigen Geburtenrate, was zu einem Rückgang der Kinderzahl führt. Die Tendenz der sinkenden Geburtenrate besteht in Deutschland sowohl im Westen als auch im Osten und ist seit vielen Jahrzehnten erkennbar.
Die aktuelle Fertilität führt dazu, dass jede neue Kindergeneration um mehr als 30 Prozent im Vergleich zur Generation ihrer Eltern schrumpft. Ein Grund für das niedrige Geburtenniveau ist der hohe Anteil an Menschen ohne Kinder sowie der relativ geringe Anteil von Familien mit drei oder mehr Kindern.
Parallel dazu sinkt die Sterberate, da die verbesserte medizinische Versorgung zu einer steigenden Lebenserwartung führt.
Im Jahr 2019 betrug die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau in Deutschland lediglich 1,53.
Äußere Einflüsse auf die Fertilität
Es gibt verschiedene äußere Einflüsse, die sich auf die menschliche Fruchtbarkeit auswirken können. Dabei spielt Stress eine wesentliche Rolle, weil die zentralen Steuerungszentren der Fortpflanzung im Gehirn auf äußere Belastungen wie beruflichen Stress, Arbeitslosigkeit, finanzielle Sorgen, familiäre Konflikte oder den Verlust nahestehender Personen empfindlich reagieren. Diese Stressfaktoren können bei Männern die Samenproduktion einschränken und bei Frauen zu Zyklusstörungen führen, wodurch der Eisprung verhindert wird. Da sich Stress nicht immer vermeiden lässt, muss man auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Entspannung sorgen, damit sich die Fertilität wieder verbessert.
Zusätzlich beeinflussen auch die Ernährung und das Körpergewicht die Fertilität erheblich. Durch eine unausgewogene Ernährung und extremes Über- oder Untergewicht kann es zu einer Überproduktion von Östrogen und Zyklusstörungen kommen. Auch intensiver Leistungssport beeinträchtigt bei beiden Geschlechtern die Fruchtbarkeit. So können Fahrradfahren und hohe Temperaturen bei Männern ihre Hodenfunktion und somit die Samenproduktion schädigen, während Frauen keinen Eisprung mehr entwickeln.
Ein hoher Alkoholkonsum schadet der Fruchtbarkeit beider Geschlechter. Bei Männern führt ein hoher Konsum zu einer Verringerung der Spermienbeweglichkeit und -produktion sowie Potenzproblemen und bei Frauen verursacht er Zyklusstörungen. Wenn man aber drei Monate auf jeglichen Alkohol verzichtet, kann sich die Fertilität wieder normalisieren.
Rauchen beeinträchtigt ebenfalls die Spermienqualität bei Männern und verringert die Empfängniswahrscheinlichkeit bei Frauen, zudem steigt das Risiko für Fehlgeburten. Ehemalige Raucher können jedoch eine Verbesserung ihrer Fruchtbarkeit feststellen, wenn sie einige Wochen lang nicht geraucht haben.
Externe Ursachen der Unfruchtbarkeit
Externe Ursachen für Unfruchtbarkeit können an den folgenden Aspekten liegen:
- Belastung durch Stress
- Ungesunde Ernährung sowie Über- und Untergewicht
- Leistungssport
- Alkoholabhängigkeit
- Intensiver Tabakkonsum