Definition: Heterosexualität
Heterosexualität ist zunächst einfach eine sexuelle Orientierung mit einer Anziehung zu Personen des gegenteiligen Geschlechts. Das bedeutet, wenn sich Männer von Frauen angezogen fühlen und umgekehrt. Das Wort leitet sich ab aus dem Griechischen, wo „heteros“ so viel bedeutet wie „der andere“.
Heteronormativität
Wird Heterosexualität als soziale Norm angesehen, bezeichnet man diese Gesellschaft als heteronormativ. Inbegriffen ist in den meisten Fällen auch die Monogamie, da sie als gesellschaftlicher Standard angesehen wird.
Biologie
Heterosexualität gilt heute immer noch oft als „normal“, weil sie die Grundlage der menschlichen Fortpflanzung bildet. Über die letzten 600 Millionen Jahre hat sich die heterosexuelle Fortpflanzung durchgesetzt, da die Neukombination der Gene zu stärkeren Nachkommen führt. Aus Diskriminierungsgründen sollte die Bezeichnung „normal“ für Heterosexualität jedoch im öffentlichen Raum möglichst vermieden werden.
Soziale Bindung und Recht
Die soziale Bindung zu einem Partner, zu welchem man sich sexuell hingezogen fühlt, kann unterschiedlichste Formen annehmen. Diese reichen von einer einmaligen Begegnung, wie beispielsweise einem One-Night-Stand, über lockere Affären bis hin zu festen Beziehungen und Ehe. Die legale Anerkennung einer heterosexuellen Beziehung ist in jedem Land auf der Welt toleriert und möglich unter der Voraussetzung, dass beide Partner einwilligen. Jegliche sexuellen Handlungen außerhalb einer gesetzlichen Ehe werden als Seitensprung oder Ehebruch bezeichnet und in einigen Ländern sogar strafrechtlich geahndet. Sexuelle Handlungen innerhalb einer heterosexuellen Partnerschaft sind grundsätzlich überall erlaubt, jedoch sind diese in manchen Ländern erst nach einer rechtlichen Eheschließung zugelassen.
Heterosexuell vs. Allosexuell
Oftmals kommt es zu einer Verwechslung oder Vermischung dieser beiden Begriffe, da sie sich von der Bedeutung sehr ähnlichsehen können. Heterosexualität beschreibt die sexuelle Anziehung (oft aber auch gekoppelt mit romantischer Anziehung) zu Menschen des anderen Geschlechts. Allosexualität ist ein Begriff, der in der asexuellen Szene entstanden ist und beschreibt allgemein die Menschen, die sexuelle Anziehung jeglicher Art verspüren. Dabei ist es nicht von Bedeutung ob eine Person heterosexuell, homosexuell, pansexuell oder ähnliches ist. Allosexualität ist lediglich das Gegenteil von Asexualität.
Heterosexuell und Heteroromantisch
Auch wenn Heterosexualität oftmals romantische und sexuelle Anziehung gemeinsam beschreibt, lässt sich dennoch zwischen diesen beiden Aspekten unterscheiden. Generell bezieht sich der Begriff Heterosexualität auf die sexuelle Anziehung zum anderen Geschlecht, wohingegen Heteroromantik die romantische Anziehung beschreibt. Diese Differenzierung wurde vornehmlich von der asexuellen Community etabliert, die beide Arten der Anziehung strikt trennt. So kann eine Person beispielsweise heteroromantisch und asexuell sein, was bedeutet, dass er oder sie eine romantische Beziehung zu einer Person des anderen Geschlechts haben möchte, jedoch keine sexuelle Anziehung oder Verlange danach verspürt. In seltenen Fällen existieren auch Kombinationen, bei denen etwa ein Mann romantisch zu Männern, jedoch sexuell zu Frauen hingezogen ist, oder umgekehrt. Diese Ausprägung ist allerdings äußerst selten und bringt spezifische gesellschaftliche Herausforderungen mit sich.