Frauen
In der Steinzeit galt Körperfülle bei Frauen als Zeichen für Gesundheit und Fruchtbarkeit, während bei den antiken Griechen Körperpflege und ausgewogene Proportionen zentral waren. Im Römischen Reich waren Bäder und Kosmetik verbreitet und wichtig, um ein ansprechendes Äußeres zu wahren. Das Christentum prägte mit seiner Betonung der Natürlichkeit die mittelalterlichen Schönheitsideale, wobei man Schminken verwarf und helle Haut bevorzugte. Vom Barock bis ins 19. Jahrhundert variierten die Ideale von üppigen Formen bis hin zur Betonung einer schmalen Taille durch Korsetts.
Im 20. Jahrhundert schwankte das Ideal der westlichen Welt von Jahrzehnt zu Jahrzehnt: von den volleren Formen der frühen 1900er Jahre über die schlanke Silhouette der 1920er bis zur Betonung sportlicher Figuren in den späteren Jahrzehnten. Heutzutage wird Schönheit oft mit Schlankheit und Fitness gleichgesetzt.
In der chinesischen Kultur der Antike und des Mittelalters galt helle Haut traditionell als schön, was oft mit höherem sozialem Status assoziiert wurde, da es bedeutete, dass man nicht im Freien arbeiten musste. Kleine Füße wurden auch durch das Praktizieren des schmerzhaften Fußbindens als schön betrachtet. Heutzutage wird in China großer Wert auf schlanke Körper und jugendliches Aussehen gelegt, beeinflusst durch sowohl traditionelle als auch moderne, globalisierte Schönheitsideale.
In Indien wurde traditionell eine vollere Figur als Zeichen von Wohlstand und Fruchtbarkeit angesehen. Das heutige indische Schönheitsideal neigt eher dazu, schlankere Körperformen zu bevorzugen, wobei westliche Einflüsse eine Rolle spielen, jedoch bleibt der Fokus auf markanten Gesichtszügen und oft auch auf heller Haut bestehen.
In vielen Kulturen Westafrikas wird traditionell eine üppige Körperform als Zeichen von Gesundheit, Wohlstand und Schönheit gesehen. In Ländern wie Äthiopien und Somalia wurde dagegen eher Wert auf feine Gesichtszüge und eine schlanke Statur gelegt. Lange Hälse und große Augen sind oft geschätzte Merkmale. Dieses Ideal blieb teilweise bis heute erhalten.