Definition: Tantra
In Bezug auf die Sexualität wird Tantra oft als eine spirituelle Praxis definiert, die sexuelle Energie als ein mächtiges Werkzeug für persönliche Entwicklung und spirituelles Wachstum nutzt. Innerhalb des tantrischen Rahmens wird Sexualität nicht nur als physischer Akt, sondern als heilige Handlung betrachtet. Durch diese Handlung können individuelle Energien harmonisiert und auf höhere Bewusstseinsebenen gehoben werden. Dabei geht es um die Integration von Körper, Geist und Seele, wobei die sexuelle Vereinigung als ein Ritual gesehen wird, dass die göttliche Präsenz in jedem Partner ehrt und die Einheit mit dem Universum manifestiert. Tantra zielt darauf ab, durch die bewusste Erfahrung von Sexualität tiefere Ebenen der Verbindung und Erleuchtung zu erreichen. Durch die Praxis des Tantra lernen Menschen, sich als Teil eines größeren Ganzen zu fühlen. Sie erfahren eine Transformation ihrer Liebe von einer begrenzten zu einer weitreichenden Form, was tiefgreifendes Glück hervorruft. Tantra erweitert das Bewusstsein signifikant. Diejenigen, die es ausüben, erleben oft eine Zunahme an Toleranz, Offenheit und Freiheit. Die Praxis umfasst die Verschmelzung der männlichen und weiblichen Energien, was das Bewusstsein auf ein höheres Niveau hebt. Dadurch erleben Praktizierende Ekstase, weil sie über ihr alltägliches Bewusstsein hinausgehen und sich transformieren. Diese Transformation führt dazu, dass der Alltag erhellt wird und ein Zyklus erschaffen wird, der kontinuierlich die Energie erneuert. Dadurch kann man sich selbst besser kennenlernen und sowohl die Persönlichkeit als auch das spirituelle Wachstum zu fördern.
Herkunft und Entstehung
Der Ursprung von Tantra liegt in Indien und ist mit dem Hinduismus und Buddhismus verbunden. Die heutige Philosophie hat sich über Jahrtausende entwickelt. Tantra wird heute insbesondere auch als eine sexuelle Praxis beschrieben, die darauf abzielt, dass die intime Verbindung zwischen Partnern intensiviert wird, indem die weibliche und die männliche Energie zusammenfließen. Dadurch entstehen eine tiefe spirituelle Verbindung und ein gemeinsames Genießen von Momenten, wodurch eine bewusstere und erfüllende sexuelle Erfahrung ermöglicht wird, die sich vom herkömmlichen Sex unterscheidet.
In den tantrischen Methoden, die sich bis in die vedische Zeit um circa 1500 v.Chr. zurückverfolgen lassen, sind häufig magische Vorstellungen der Menschen, die damals lebten, enthalten. Diese magischen Methoden hatten das Ziel das tägliche Leben zu erleichtern, das Wetter zu beeinflussen, bei Geburten zu unterstützen und vor Krieg oder Schaden zu schützen. Dafür wurden unter anderem verschiedene Geistwesen oder Götter durch Mantras, Visualisierungen, spezielle Bilder, Utensilien, Musik, Düfte, Farben und Opfergaben angerufen. Durch diese Elemente wird verdeutlicht, dass Tantra eine tiefgreifende Integration von materieller und spiritueller Existenz anstrebt, in der alle Aspekte des Lebens zur spirituellen Entwicklung genutzt werden können und heilig sind.
Vorbereitung auf Tantra Sex
Bei Tantra Sex ist eine gute Vorbereitung essentiell, damit eine bewusste und spirituelle Verbindung mit dem Partner entstehen kann. Es ist wichtig zu betonen, dass diese Art von Sex eine tiefgreifende und erfüllende Erfahrung bietet, die sowohl körperliche Lust als auch spirituelle Erhebung fördert. Paare, diesen Sex ausüben möchten sollten ausreichend Zeit einplanen, denn diese Form des Sex dauert in den meisten Fällen eine Stunde oder sogar länger.
Ein wichtiger Aspekt bei der Vorbereitung ist unter anderem die Kommunikation. Denn eine offene und ehrliche Kommunikation ist für den Erfolg von Tantra Sex entscheidend. Deshalb sollten vor Beginn beide Partner ihre Wünsche, Grenzen und Erwartungen ansprechen, damit ein gegenseitiges Verständnis und Einvernehmen erreicht werden kann. Außerdem erfordert der Sex eine ruhige und entspannte Umgebung, in der sich beide Partner wohl und frei, beziehungsweise entspannt, fühlen. Ruhige Musik, Kerzenlicht, angenehme Düfte, Entspannungsübungen oder Mediationen können dabei helfen den Geist zu beruhigen und den Körper zu lockern, damit eine entspannte Umgebung geschaffen wird. Auch das Praktizieren von Achtsamkeit ist von zentraler Bedeutung. Es ist wichtig, dass sich beide Partner bewusst auf den Moment konzentrieren und sich gegenseitig mit Aufmerksamkeit und Respekt begegnen, ohne dass sie durch ablenkende Gedanken oder äußere Einflüsse gestört werden.
Es ist außerdem möglich Rituale und Zeremonien in den Sex mit einfließen zu lassen. Dazu zählen unter anderem Räucherstäbchen, Kerzenlicht, gemeinsame Gebete oder andere spirituelle Praktiken, die eine heilige Atmosphäre erschaffen und eine tiefere Verbindung herstellen. Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Tantra Sex ist die gegenseitige Verehrung. Beide Partner sollen sich mit Wertschätzung, Liebe und Verehrung zum jeweils anderen begegnen, um eine spirituelle Verbindung zu vertiefen und die sexuelle Energie zu kanalisieren.
Bevor man mit dem eigentlichen Sex beginnt ist es hilfreich sich im Schneidersitz gegenüberzusetzen, damit durch den tiefen Blick in die Augen des anderen eine Verbindung hergestellt werden kann. Ob beide zu diesem Zeitpunkt schon nackt sind oder sich erst später ausziehen ist eine persönliche Präferenz von beiden Partnern. Nach diesen Vorbereitungen kann der Tantra Sex beginnen.
Wie funktioniert Tantra Sex?
Der grundlegende Unterschied zwischen konventionellem Sex und Tantra Sex liegt in der Fokussierung auf die spirituelle Verbindung und das bewusste Erleben der intimen Begegnung zwischen Partnern. Denn bei Tantra Sex liegt der Fokus auf der ganzheitlichen Vereinigung von Körper, Geist und Seele, durch die eine tiefe spirituelle Erfahrung der Liebe, Intimität und Ekstase ermöglicht wird. Dabei wird die sexuelle Begegnung als heiliger Akt der Vereinigung betrachtet, der zur persönlichen und spirituellen Entwicklung beiträgt. Außerdem stehen die Langsamkeit und der bewusste Genuss im Vordergrund. Anders als beim konventionellen Sex ist der Orgasmus kein primäres Ziel. Stattdessen wird er als Teil des Energieflusses angesehen, der verzögert und intensiviert werden kann.
Bei Tantra Sex wird Schritt für Schritt behutsam die sexuelle Erregung aufgebaut, ohne dabei Druck auf einen Orgasmus auszuüben. Es ist auch gewöhnlich, dass man bei diesem Sex mehrere Orgasmen hintereinander hat, da diese als natürlicher Bestandteil der Erfahrung gesehen werden. Außerdem ist es üblich beim Sex Blickkontakt zu halten, sich zu küssen und sich liebevoll zu berühren. Durch Atemübungen wird der Atem synchronisiert, wodurch eine tiefe Verbindung entsteht. Da die Energie bei dieser Art von Sex im Körper zirkuliert, fließt sie auch durch verschiedene Energiezentren oder Chakren.
Damit die sexuelle Stimulation nach den intensiven Übungen noch gesteigert wird können sich Paare mit einer Tantra-Massage verwöhnen, um die erogenen Zonen zu stimulieren. Dabei gibt es die Yoni-Massage für Frauen und die Lingam-Massage für Männer. Zusätzlich können die Sinne noch stärker durch Massagekerzen angeregt werden und auch die Intensität der Berührungen wird bei der Verwendung gesteigert. Während der Tantra-Massage entsteht eine sexuelle Spannung, die die Lust immer weiter steigert und schließlich zu den gewünschten Sexstellungen führt. Beim Tantra Sex werden Stellungen empfohlen bei denen man sich tief in die Augen blicken kann. Dafür ist zum Beispiel die Missionarsstellung geeignet. Doggystyle ist bei diesem Sex eher weniger passend, da dort der Blickkontakt behindert werden kann.
Tantra-Massagen
Unter Tantra-Massagen werden sinnliche und spirituelle Massagen verstanden, die auf den Prinzipien des Tantra basieren. Die Berührungen bei einer Tantra-Massage sind liebevoll und achtsam und bestehen aus Techniken wie Streicheln, Drücken und Klopfen. Das Ziel ist es Spannungen zu lösen und die Energie im Körper freizusetzen. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf dem körperlichen Vergnügen, sondern auch auf der spirituellen und emotionalen Verbindung zwischen der Person die massiert und der Person die massiert wird.
Besonders bedeutsam sind die Yoni- und die Lingam-Massage, die die sexuelle Energie wecken sollen und eine tiefe Verbindung zwischen den Partnern fördern. Die Namen der Massagen stammen aus dem Sanskrit und bedeuten Vagina (Yoni) und Penis (Lingam). Dementsprechend ist die Yoni-Massage speziell auf die erogenen Zonen der Frau ausgerichtet, während die Lingam-Massage die erogenen Zonen des Mannes umfasst. Bei diesen beiden Massagen ist alles erlaubt, was beiden Partnern gefällt. Durch die sanfte Massage der erogenen Zonen soll eine tiefe Entspannung und eine Steigerung der sexuellen Erregung erreicht werden.
Einfluss auf die Beziehung
Durch Tantra Sex kann eine tiefere Verbindung zwischen Partnern gefördert werden, indem sich die Beziehung intimer und erfüllender entwickelt. Aus diesem Grund ist diese Art von Sex nicht nur für frisch Verliebte gedacht, sondern auch für langjährige Partnerschaften, da sie die Möglichkeit bietet die Beziehung zu stärken und zu intensivieren. Außerdem erfährt man die eigene Sexualität auf eine komplett neue Art und Weise, wodurch sexuelle Höhepunkte nie gekannter Art auftreten, die dazu beitragen, dass Körper und Geist im Einklang sind.
Da sich Paare beim Tantra Sex bewusst Zeit füreinander nehmen, anders als im hektischen Alltag, wird die Beziehung gestärkt und eine persönliche Weiterentwicklung gefördert. Zusätzlich kann dieser Sex positive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben, indem orgasmische Störungen überwunden werden und das allgemeine Wohlbefinden gesteigert wird.
Ein zusätzlicher positiver Effekt ist die Förderung der Kommunikation. Da beide Partner beim Sex lernen ihre Bedürfnisse und Grenzen offen zu kommunizieren, können Missverständnisse schneller geklärt werden. Indem sich die Partner in die Gefühle und Bedürfnisse des anderen einfühlen müssen, wird die Empathie und das Verständnis füreinander gefördert.
Insgesamt bietet Tantra Sex eine ganzheitliche Erfahrung, die nicht nur das sexuelle Vergnügen steigert, sondern auch die Beziehung zwischen den Partnern vertieft und das persönliche Wachstum fördert.