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Definition: Wechseljahre

Wechseljahre oder auch Klimakterium genannt, beschreiben den Zeitraum, wenn sich der ab der Geburt angelegte Vorrat an befruchtungsfähigen Follikeln dem Ende neigt und der Körper einer Hormonumstellung unterliegt. Da Follikel die Produktion bestimmter Geschlechtshormone anregt, nimmt diese automatisch durch die fehlenden Follikel ab. Die Folge ist eine kontinuierlich geringere Fruchtbarkeit in Kombination mit der Beendigung der Menstruation. Auf diesem wechselnden Körperprozess basiert der Begriff "Wechseljahre".

Rahmeninformationen zu den Wechseljahren

Hier findest du alle Eckdaten und wichtige Informationen zum Thema Wechseljahren.

Das typische Alter für Wechseljahre

Normalerweise handelt es sich bei den Wechseljahren um einen längeren, schleichenden Vorgang im Rahmen des natürlichen Alterungsprozesses. Die Altersspanne liegt typischerweise zwischen 45 Jahren und dem Anfang bis zur Mitte der 50er Jahre. Es gibt jedoch Fälle, in denen die Wechseljahre bereits vor dem 40. Lebensjahr einsetzen. Mediziner bezeichnen dies als vorzeitiges Klimakterium (Climacterium praecox). Dazu gehören auch Frauen, deren Eierstöcke operativ entfernt wurden oder stark geschädigt sind, zum Beispiel durch Chemotherapien. Bei diesen Frauen beginnt die Hormonumstellung unabhängig vom Alter unmittelbar nach dem Eingriff.


Beteiligte Hormone

Ab Eintritt in die Wechseljahre reduzieren sich die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron. Diese beiden Hormone sind hauptsächlich für die Vorbereitung einer Schwangerschaft zuständig. Anfangs kommt es meist zu Schwankungen der Hormonspiegel, welche sich durch unregelmäßige, kurz- oder länger anhaltende Perioden und schwächere oder stärkere Blutungen äußern. Bei operativen Eierstockentfernungen sowie funktionsgeschädigten Eierstöcken fehlt das "Signal" für die vermehrte Östrogen- und Progesteronausschüttung. Diese wird über den Zeitraum der Wechseljahre vollständig eingestellt. Der Lebensabschnitt mit Menstruationszyklen endet definitiv.


Dauer von Wechseljahren

Die durchschnittliche Dauer des Klimakteriums liegt zwischen 7,5 und 10 Jahren, kann aber auch bis zu 13 Jahre dauern, bis die Hormonumstellung abgeschlossen ist. Viele Frauen empfinden die Dauer des Klimakteriums jedoch als deutlich kürzer. Dies liegt daran, dass ihr Empfinden auf der Präsenz von Symptomen beruht. Wenn die Wechseljahre ohne Beschwerden verlaufen, sind sich Frauen oft nicht bewusst, dass sie sich noch in den Wechseljahren befinden. Einige Frauen erkennen die Wechseljahre möglicherweise erst durch das Ende ihrer Menstruation und können daher keine Informationen über Statistiken oder Studien zur Dauer der Wechseljahre beisteuern.

Wechseljahre – Symptome

Es gibt eine Reihe typischer Symptome, die durch die Wechseljahre und Hormonumstellungen ausgelöst werden. Diese können, müssen aber nicht auftreten. Ebenso können Beschwerden in unterschiedlichen Intensitäten vorliegen sowie in ihrer Dauer variieren. Bei acht von zehn Frauen kommen folgende Symptome am häufigsten vor:

  • Hitzewallungen, Schweißausbrüche und/oder Nachtschweiß
  • Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit
  • Depressionen beziehungsweise Verstärkung bereits vor den Wechseljahren vorliegenden Depressionen
  • Schlafstörungen
  • Gelenkschmerzen
  • Angstzustände
  • Trockene Haut
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr durch trockene Vagina-Schleimhäute
  • Herzrasen und/oder -klopfen
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit

Dauer von Wechseljahresbeschwerden

In der 2015 veröffentlichten SWAN-Studie (Study of Women’s Health Across the Nation) aus den USA wurden Untersuchungsergebnisse aus 16 Jahren von über 1.400 Frauen in den Wechseljahren zusammengetragen. Hier sind die Ergebnisse:

  • Durchschnittliche Dauer der Beschwerden: 7,4 Jahre
  • Durchschnittliche Dauer der Beschwerden bei Frauen, die vor der Menopause bereits unter ähnlichen Beschwerden litten: 11,5 Jahre
  • Durchschnittliche Dauer der Beschwerden bei Frauen, die erst mit Beginn der Menopause Symptome entwickelten: zwischen 3 und 4 Jahren

4 Phasen der Wechseljahre

Es gibt vier Phasen in den Wechseljahren:


Prämenopause

Dies ist die erste Phase und der Eintritt in die Wechseljahre. Das Schwangerschaftshormon "Progesteron" nimmt ab, wodurch eine unausgeglichene Balance zum Östrogen entsteht und erste Symptome spürbar werden können. Es kommt zu ersten Veränderungen der Menstruation, die sich in Form von Zyklusverschiebungen und Dauer sowie ihre Intensität bis hin zu gelegentlichem Ausbleiben erstrecken können.


Perimenopause

Die Perimenopause beschreibt den zweiten Phasenabschnitt, in dem durch die gravierende Abnahme der Follikel der Östrogenspiegel nun auch abfällt. Ab jetzt treten häufig typische Symptome wie beispielsweise Hitzewallungen, Gereiztheit und Schlafstörungen auf.


Menopause

In der dritten Phase, der sogenannten Menopause, kommt es zum Funktionsstillstand der Eierstöcke, und es stehen keine Follikel mehr zur Verfügung. Dadurch wird kein Östrogen mehr produziert. Dies markiert die eigentliche Menopause, da ohne Eierstockfunktion und Follikelbildung kein Eisprung mehr stattfindet und folglich auch keine Menstruation mehr auftritt. Allerdings ist der Begriff "Menopause" irreführend, denn in dieser Phase handelt es sich nicht um eine vorübergehende Pause der Menstruation, sondern um die dauerhafte Beendigung der Periode.


Postmenopause

Frauen gehen in die Postmenopause über, wenn sie in der Menopausephase 12 aufeinanderfolgende Monate lang keine Menstruation mehr hatten. Zu diesem Zeitpunkt hat sich der Körper an die Hormonumstellungen angepasst. Es können zwar immer noch Schwankungen auftreten und damit verbundene Symptome, aber in der Regel reguliert sich alles, und die früheren Wechseljahresbeschwerden nehmen ab. Auf natürliche Weise ist zu diesem Zeitpunkt eine Schwangerschaft mit eigenem Ei nicht mehr möglich.

Wechseljahre – Medikamente

Medikamente während der Wechseljahre werden in der Regel nur verordnet, wenn begleitende Symptome Frauen Probleme im Alltag bereiten und/oder die Lebensqualität deutlich einschränken. 
 In besonders schweren Fällen werden Hormonersatztherapien verschrieben. Durch die Einnahme sind gesunkene Geschlechts- und Schwangerschaftshormone künstlich auf einem höheren Niveau zu halten, sodass die Beschwerden abnehmen. Je nach körpereigenen Hormonwerten wird die Dosierung im weiteren Einnahme-Verlauf langsam reduziert, um im Idealfall Symptome zu vermeiden. Hierbei werden spezielle Medikamente verabreicht, die Östrogen, Progestogen oder beide Hormone als künstliche Stoffe beinhalten. 
 Auch in der Homöopathie werden Medikamente gegen Wechseljahresbeschwerden auf pflanzlicher Basis angeboten. Medikamente mit dem pflanzlichen Hormon Genistein werden beispielsweise häufig gegen Hitzewallungen eingesetzt.

Wechseljahre – Sexualität

Die Wechseljahre können sich negativ auf das Sexualleben und die Libido von Frauen auswirken. Laut einer aktuellen Statista-Umfrage in Österreich gaben 58,8 Prozent der Befragten an, während der Wechseljahre einschränkende Erfahrungen in ihrer Sexualität gemacht zu haben. Zu den häufigsten negativen Einflüssen zählen: 
  •  Verminderte Libido 
  • Vaginale Trockenheit 
  • Orgasmus-Probleme 
  • Schmerzen beim Einführen des Penis und beim Geschlechtsverkehr

Wechseljahre bei Männern

Was die Wechseljahre für Frauen sind, ist die Andropause für Männer. Wie bei dem anderen Geschlecht kommt es hierbei zu einem gleichmäßigen Absinken der Werte von Testosteron, Wachstumshormonen und Östrogenen. Männer ab einem Alter von etwa 55 Jahren sind davon betroffen. 
 Während der männlichen Wechseljahre können Symptome entstehen, die denen des Klimakteriums der Frau entsprechen. Zusätzlich sind während der Andropause auch Libidoverlust und Erektionsstörungen zu beobachten. Allerdings führt die Andropause bei Männern, anders als das Klimakterium, nicht zwangsläufig zu einer Unfruchtbarkeit beziehungsweise Zeugungsunfähigkeit.
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