Definition: Befruchtung
Ablauf einer Befruchtung
Der genaue Ablauf einer Befruchtung beim Menschen ist ein komplexer Prozess und beinhaltet folgende Schritte:
- Ovulation: Der Zyklus beginnt mit der Ovulation (Eisprung), bei der eine reife Eizelle aus dem Eierstock (Ovar) der Frau in den naheliegenden Eileiter freigesetzt wird. Dies passiert in der Mitte des Menstruationszyklus. Die Befruchtung ist am wahrscheinlichsten, wenn der Geschlechtsverkehr einen Tag vor der Ovulation stattfindet.
- Ejakulation: Nach der Ejakulation des Mannes gelangen ca. 300 Millionen Spermien durch die Vagina der Frau in die Gebärmutter und schwimmen in die Eileiter, wo die Befruchtung stattfindet. Die Spermien müssen durch äußere Zellenschichten, die die Eizelle umgeben, dringen, um zur Eizellenmembran zu gelangen. Nur ein Spermium schafft es, die äußeren Schichten zu durchdringen und in die Eizelle einzudringen.
- Verschmelzung: Nachdem das Spermium in die Eizelle eingedrungen ist, lösen sich dessen Kopf und Schwanz auf, und der männliche Kern verschmilzt mit dem weiblichen Kern der Eizelle. Dadurch bildet sich die befruchtete Eizelle in eine Zygote, die das vollständige Material beider Elternteile enthält.
- Zellteilung: Die Zygote beginnt sich in viele Tochterzellen (Blastomeren) zu teilen. Dieser Prozess der Befruchtung nennt man auch Mitose.
- Gebärmutter: Während der Teilung bewegt sich die Zygote langsam durch den Eileiter zur Gebärmutter. Dieser Vorgang dauert ungefähr drei bis vier Tage.
- Implantation: Nach ca. einer Woche nach der Befruchtung erreicht der sich entwickelnde Embryo (Blastozyste) die Gebärmutter und nistet sich in die Gebärmutterschleimhaut ein, dabei spricht man von einer Implantation (Einnistung). Dort beginnt er sich zu einem Fötus zu entwickeln.
Dauer einer Befruchtung der Eizelle
Die Dauer von der Fertilisation bis zur abgeschlossenen Einnistung dauert ca. sieben bis acht Tage. Das liegt daran, dass die befruchtete Eizelle nach etwa fünf Tagen in der Gebärmutterhöhle angekommen ist und danach etwas Zeit benötigt, bis sie an der Gebärmutterwand ihren Platz gefunden hat, um sich einzunisten.
Anzeichen einer erfolgreichen Befruchtung
Manche Frauen können die Einnistung spüren, da es im Unterleib zieht. Dieses Symptom ist auch als Einnistungsschmerz bekannt, aber es ist trotzdem kein eindeutiges Anzeichen. Manchmal kann man auch eine leichte Schmierblutung feststellen, da es im Einnistungsprozess dazu kommen kann, dass die Blutgefäße der Gebärmutter verletzt werden. Diese Blutung verunsichert einige Frauen, die auf eine Schwangerschaft hoffen; dennoch sollte dies nicht als Grund für den Verlust der Hoffnung angesehen werden. Die meisten Frauen merken von der Einnistung nichts, dafür können empfindliche Frauen wenige Tage später die ersten Anzeichen einer Schwangerschaft registrieren, darunter Müdigkeit, Übelkeit und Geruchsempfindlichkeit.
Künstliche Befruchtung
Während die natürliche Befruchtung ein Wunder des Lebens darstellt, stellt sie für viele Menschen eine Herausforderung dar. In diesem Abschnitt fokussieren wir uns auf die revolutionären medizinischen Techniken der künstlichen Befruchtung, die das Tor zum Elternsein für Leute öffnen, die auf konventioneller Art nicht schwanger werden können.
Betroffene müssen verschiedene Stationen durchlaufen, um sich künstlich befruchten zu lassen. An erster Stelle steht die ärztliche Diagnostik, die schlechte Spermienqualität und Endometriose als Grund der Unfruchtbarkeit beinhalten kann.
Es gibt eine Vielzahl an Methoden der künstlichen Fertilisation, wobei die Wahl von der individuellen Situation abhängt. Die beliebtesten Prozeduren sind:
- Insemination – Samen werden in die Gebärmutter, den Gebärmutterhals oder Eileiter gespritzt
- In-Vitro-Fertilisation – Reife Eizellen werden entnommen und außerhalb befruchtet
- Intrazytoplasmatische Spermieninjektion – Samen werden vom Hoden direkt injiziert
Für eine ausführlichere Erklärung, empfehlen wir unseren Beitrag zum Thema künstliche Befruchtung.