Definition: Demiboy
Unter einem Demiboy (auch als Demiguy bekannt) versteht man einen Menschen, der sich nur teilweise mit einer maskulinen Identität identifizieren. Das heißt, sie empfinden eine gewisse Verbindung zu männlichen Geschlechterrollen, während der übrige Teil ihrer Geschlechtsidentität unbestimmt, nicht-binär oder anders gelagert sein kann. Dabei spielt das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist vielmehr das subjektive Erleben des eigenen Geschlechts.
Demiboy vs. Nicht-binär
Der Begriff Demiboy richtet sich an Personen, die sich in Teilen mit einer männlichen Geschlechtsidentität assoziieren, ohne diese vollständig zu verkörpern. Dies kann bedeuten, dass eine gewisse Verbundenheit zu männlichen Identitäten vorhanden ist, ohne alle typischen Eigenschaften zu übernehmen.
Im Gegensatz dazu fasst der Terminus „nicht-binär“ eine breite Palette von Geschlechtsidentitäten zusammen, die weder ausschließlich männlich noch rein weiblich sind. Nicht-binäre Menschen erleben ihr Geschlecht oftmals als fließend, als Mischform oder als außerhalb der klassischen Geschlechterkategorien verortet. Somit kann ein Demiboy auch Aspekte einer nicht-binären Identität in sich vereinen, ohne vollständig in diese Kategorie zu fallen.
Demiboy vs. Transgender
Der Überbegriff Transgender umfasst alle Personen, deren Geschlechtsidentität von dem abweicht, was ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Manche Menschen, die sich als Demiboy verstehen, ordnen sich diesem Spektrum zu, vor allem ist dies der Fall, wenn sie ursprünglich als weiblich eingestuft wurden und einen Teil ihrer Identität als männlich empfinden. Dennoch bedeutet die Bezeichnung Demiboy nicht zwangsläufig, dass auch die transidenten Aspekte im Vordergrund stehen.
Während transidente Identitäten oft mit dem Bestreben einhergehen, den Unterschied zwischen der zugewiesenen und der empfundenen Geschlechtsidentität zu überbrücken – sei es durch soziale, medizinische oder rechtliche Maßnahmen –, zeigt sich die Vielfalt der Demiboy-Erfahrungen darin, dass manche Individuen nur bestimmte Facetten ihres Geschlechts betonen, ohne eine umfassende Transition anzustreben.
Pronomen
Die richtige Verwendung von Pronomen ist heutzutage besonders wichtig, um die eigene Geschlechtsidentität auszudrücken und eine respektvolle Ansprache zu gewährleisten. Für Menschen, die sich als Demiboy, nicht-binär oder transgender identifizieren, sind Pronomen ein wichtiges Werkzeug, um ihre Identität sichtbar zu machen. Häufig ziehen nicht-binäre Personen neutrale Formen wie „they/them“ im Englischen oder Varianten wie „xier“ im Deutschen vor, wobei die individuellen Präferenzen stark variieren können.
Da sich Demiboys teilweise als männlich verstehen, bevorzugen viele auch Pronomen wie „he/him“ oder kombinierte Formen wie „he/they“. Ein offener Dialog über die gewünschten Pronomen fördert nicht nur gegenseitigen Respekt, sondern hilft auch, Diskriminierung zu verringern und ein inklusives Umfeld in unserer Welt zu schaffen.
Repräsentation von Demiboys
Für viele queere Menschen ist es heute von zentraler Bedeutung, in der Öffentlichkeit sichtbar und akzeptiert zu sein. Eine angemessene Repräsentation in Gesellschaft und Medien trägt entscheidend dazu bei, dass Identitäten und Begrifflichkeiten bekannter werden. Dies ermöglicht es den Betroffenen, ihre Geschlechtsidentität authentisch zu leben, ohne ständig mit Vorurteilen oder negativen Blicken konfrontiert zu werden. Nachfolgend einige Beispiele von Persönlichkeiten und fiktiven Charakteren, die sich als Demiboy beziehungsweise Demiguy identifizieren:
- Journalist Kay Cairns als genderqueerer Demiguy
- Autor Kacen Callender als Demiboy
- Dr. Sand Chang, der sich in Teilen als Demiboy versteht
- Aktivist und Mitgründer des Thane Queer Collective, Dan Rebello, als Demiboy
- Felix aus dem Buch „Felix Ever After“ (von Kacen Callender) als Demiboy