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Definition: Masochismus

Unter Masochismus versteht man die Neigung, bei der eine Person sexuelle oder emotionale Befriedigung aus dem Erleben von Schmerz oder Erniedrigung zieht. Diese Präferenz kann im Zusammenhang mit psychologischen und sexuellen Kontexten auftreten. Im sexuellen Bereich umfasst Masochismus das Zufügen von Schmerz oder Demütigung, wodurch eine Person sexuelle Erregung und Befriedigung erfährt. Im psychologischen Kontext ist es eine Persönlichkeitseigenschaft die sich auf das Suchen von Leiden in nicht-sexuellen Aspekten des Lebens bezieht, oft durch selbstschädigendes Verhalten oder das ständige Aufsuchen demütigender Situationen. Wenn Masochismus stark ausgeprägt ist, kann er eine ernsthafte Beeinträchtigung darstellen und potenziell lebensgefährlich sein.

Sadismus vs. Masochismus

Beide Begriffe stammen aus der Sexualpsychologie und umfassen verschiedene Aspekte des Erlebens und Ausdrückens von Lust, die mit Schmerz und Macht verbunden sind.

Sadismus ist das Gegenstück zu Masochismus, da Sadisten emotionale oder sexuelle Befriedigung aus dem Zufügen von Schmerz, Leid oder Demütigung gegenüber anderen erlangen. Beide Begriffe sind in der BDSM-Szene sehr beliebt und können mit und ohne Einwilligung des Partners vollzogen werden. Doch auch bei gegenseitigem Einverständnis darf es gesetzlich nicht zu starken Körperverletzungen kommen.

Masochisten jedoch unterwerfen sich gerne und lassen sich Schmerzen von den dominierenden Personen zufügen. Diese Praktik wird im sexuellen Sinne als eine Form von Paraphilie betrachtet. Darunter definiert man das sexuelle Interesse an Objekten, Situationen oder Personen, die von der kulturellen Norm abweichen. Bei den meisten Personen masochistischer Neigung liegt jedoch keine sexuelle masochistische Störung vor und in vielen sexuellen Beziehungen wird Sadismus oder Masochismus in einem gewissen Maß durch Sexspielzeug praktiziert, wie Seidentaschentücher als Fesseln oder leichtes Schlagen während sexuellen Praktiken.

Ursachen für Masochismus

Die Ursachen für Masochismus können aus einer Kombination von psychodynamischen und lerntheoretischen Konzepten entstehen. In der Psychodynamik betonen einige Theorien die Rolle von Bindungsstilen und frühkindlichen Beziehungen. Menschen, die als Kinder Vernachlässigung oder Misshandlung erfahren mussten, könnten als Erwachsene masochistische Tendenzen entwickeln, als eine Art Liebe und Aufmerksamkeit zu suchen. Der Grund kann auch ein Abwehrverhalten sein, das durch die Unterdrückung von Ängsten und inneren Gewissenskonflikten entsteht.

Die Lerntherapie besagt, dass Masochisten über klassische Konditionierung Schmerz mit sexueller Erregung verknüpfen könnten, wenn diese beiden Reize wiederholt gleichzeitig erscheinen. Ein Beispiel dafür wäre, wenn Geschlechtsverkehr regelmäßig mit bestimmten Formen von Schmerz oder demütigenden Handlungen gepaart ist, was wiederum dazu führen kann, dass der Körper und das Gehirn lernen, Schmerz als einen Teil des sexuellen Erregungsprozesses zu interpretieren.

Die operante Konditionierung erklärt, dass Verhaltensweisen durch Konsequenten verstärkt werden können. Sprich, wenn masochistisches Verhalten durch Aufmerksamkeit, das Gefühl von Nähe zum Partner oder durch die Freisetzung von Endorphinen belohnt wird, kann die Person lernen, dieses Verhalten zu wiederholen.

Ausprägungen des Masochismus

Die Ausprägungen des Masochismus lassen sich nach drei Kategorien unterteilen, mit folgenden Charakteristiken.

Psychisch

Sexuell

Pervers

Sehnsucht nach Unterordnung, Demütigung & Niederlagen

Befriedigung durch Unterdrückung, Demütigung & Schmerz

Demütigung & Schmerz ersetzen den Wunsch nach Geschlechtsverkehr

Gesellschaftlich & im Privaten

Durch Sexualpartner

Auch Selbstverletzung möglich

Lustgefühle durch absichtliche Misserfolge

Erregung durch diese Aktivitäten während des Sexes

Ersetzt den Geschlechtsverkehr


Der Automasochismus gilt als Sonderform, dabei verletzt der Masochist sich selbst. Die Asphyxiophilie ist eine Unterform der sexuellen masochistischen Störung, dabei ersticken sich Personen teilweise selbst während des Masturbierens oder bitten ihren Partner dies zu tun. Der vorübergehende Sauerstoffmangel im Gehirn zu der Zeit des Orgasmus soll die sexuelle Befriedigung intensivieren, kann aber unabsichtlich zu Hirnschäden oder zum Tode führen.

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